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F-Junioren ohne SR

Anfeuern ja, steuern nein

Braucht der Kinderfußball dringend neue Regeln?

 

Kruft. Was ist wichtiger für ihre Sprösslinge, Schule oder Fußball? Auf diese Frage würden wohl alle Eltern mit Schule antworten. Würden die gleichen Väter und Mütter auch bereit sein, sich in die Klasse zu setzen und ihr Kind oder die Lehrperson ständig zu berichtigen, wenn sie etwas angeblich Falsches von sich geben? Genau das aber machen Erwachsene, wenn sie am Spielfeldrand stehen und Einfluss nehmen auf das Fußballspiel ihrer Söhne und Töchter.

 

 

Um die Kinder von dieser störenden Fremdsteuerung zu befreien und ihnen die Möglichkeit zu geben, kreativ und selbstbestimmt Erfahrungen im Spiel zu sammeln, haben Verantwortliche im Fußballkreis Aachen die so genannte FairPlayLiga ins Leben gerufen. „In diesem Projekt geht es vorrangig darum, die Philosophie des Kinderfußballs umzusetzen und nach drei Regeln zu kicken", bringt es Initiator Ralf Klohr, Jugendleiter von SuS Herzogenrath, auf den Punkt.

 

Die Schiedsrichterregel besagt, dass die Kinder selbst entscheiden und dabei die Regeln sozusagen spielerisch kennenlernen sollen. In der Regel für Trainer, die sich während des Spiels nebeneinander in einer Coaching-Zone aufhalten und dabei kommunizieren sollen, ist vorgesehen, was im Zweifelsfall zu geschehen hat: Beide Trainer entscheiden final. Gewöhnungsbedürftig ist zumindest anfänglich die Fan-Regel. Sie erlaubt den Erwachsenen anzufeuern, unterbindet aber das Steuern, indem eine räumliche Distanz, die Fan-Zone (außerhalb des normalen Fußballfeldes), eingehalten werden muss. Kurzum: Es ändert sich nichts am Spiel der Kinder, es verändern sich lediglich die Rahmenbedingungen.

 

„Die Erwachsenen müssen begreifen, dass Kinder keine Fehler machen, sondern Bewegungserfahrungen sammeln. Und da hat Taktik nichts zu suchen", fordert Thorsten Meier, Jugendwart im Fußballkreis Aachen, der von positiven Auswirkungen der seit vier Jahren bestehenden FairPlayLiga berichtete. „So haben Jung-Schiedsrichter bei der D-Jugend deutlich verbesserte Regelkenntnisse festgestellt."

 

 

Trotz mehrmaliger Ankündigung zeigten nur sieben Rhein/Ahr-Jugendleiter Interesse an der aufschlussreichen Info-Veranstaltung in Kruft. Beeindruckt zeigten sich indes die Vertreter des Verbandes. Vizepräsident Josef Hens plädierte ebenso wie Verbandsjugendleiter Peter Lipkowski für eine intensive Auseinandersetzung und einem schrittweisen Vorgehen. Vorstellbar ist ein Start auf freiwilliger Basis in ausgewählten Kreisen. „Im Rhein/Ahr-Kreis werden wir weiter am Ball bleiben", versprach Staffelleiter Rainer Auen den beiden Referenten aus dem Nachbarverband Mittelrhein.

 

Text/Fotos: Hans-Josef Schneider

 

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