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Tag des Ehrenamtes 2009

Staatssekretär Roger Lewentz hielt die Festansprache beim „Tag des Ehrenamts" Feierstunde in der FVR-Sportschule auf dem Koblenzer Oberwerth. Der erste Präsident der noch jungen Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, war es, der bereits vor mehr als 50 Jahren der Öffentlichkeit kund tat: „Eine Demokratie lebt vom Ehrenamt." Der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Innere Angelegenheiten und Sport, Roger Lewentz, fügte als Festredner beim Internationalen Tag des Ehrenamts" an der Sportschule des Fußballverbandes Rheinland noch hinzu: „Ohne das Ehrenamt würde sich in unserer Gesellschaft nichts bewegen, rein gar nichts."

Neben Lewentz und den Ehrenamtspreisträgern 2009 des Verbandes konnte der Präsident des FVR, Walter Desch, weiteren zahlreichen Ehrengästen sein Willkommen zu einer Feierstunde entbieten - so dem Koblenzer Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann,  den Mitgliedern der DFB-Kommission Ehrenamt Prof. Dr. Josef Heigl (Bayern), Josef Bowinkelmann (Niederrhein) und Helmut Buschmeyer (Niedersachsen). Natürlich vergaß Desch auch nicht seinen Vor- Vorgänger im Amt, den FVR-Ehrenpräsidenten Toni Kahl, den Fußball-Europa- und Vizeweltmeister Hans-Peter Briegel und die Ehrenmitglieder des Verbandes Matthias Weber und Josef Kometz.

Roger Lewentz war es dann, der in seiner Festrede die Bedeutung des Ehrenamts besonders in unserem Bundesland hervorhob und stolz erwähnte, dass sich in Rheinland-Pfalz 37 Prozent der Bevölkerung ehrenamtlich betätigen. Lewentz: „Das verdanken wir dem Ministerpräsidenten Helmut Kohl, der sich in den späten 70er-Jahren zusammen mit dem SPD-Chef Jockel Fuchs einer übertriebenen Gebietsreform entgegen stemmte. Von daher ist meine Gemeinde auch heute noch meine Heimat, für die ich mich einsetze. Und von daher ist das ehrenamtliche Engagement die Basis für das Leben in der Stadt und noch mehr auf dem Land."

Dass das Ehrenamt auch über Landesgrenzen und Kontinente hinaus Verbindendes und Konstruktives bringt, zeigte Lewentz am Beispiel der Partnerschaften des Landes und des Fußballs mit Ruanda und Ungarn. „Während die Politik beim festlichen Bankett versucht, in Kigali, der Hauptstadt unseres Partnerlandes, Kontakte zu knüpfen, dringt der FVR-Präsident zu einem Vier-Augen-Gespräch zum Staatspräsidenten Paul Kagame vor."

„Wurzel-Partnerschaft" nennt Lewentz die Beziehung zu Ruanda, bei der sich auch Ehrenamtler im Aufbau von Vereinen, Verbänden und im Schulsystem engagieren. Eine Partnerschaft und ein Engagement, das Bundespräsident Horst Köhler als „vorbildlich und richtungsweisend" einstuft.

Der Koblenzer Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann griff in seinem Grußwort die soziale Komponente des Ehrenamtes in unserem Sozialstaat auf: „Ein solcher Staat kann nur funktionieren, wenn seine Gesellschaft funktioniert und die Menschen zusammenstehen. Dieser Tag des Ehrenamts steht symbolisch für alle Ehrenamtler und ist eine Würdigung wichtiger Leistungsträger unserer Gesellschaft."  Schulte-Wissermann gestand dem Fußball ein Zwei-Welten-System zu: „Hier ist einmal der reine Kommerz. Aber das ist nur die Spitze. 99 Prozent der Menschen engagieren sich, ohne nach dem Geld zu schauen, an der Basis, erfüllt von großer Lebensfreude in einer gemeinschaftlichen sozialen Heimat."

Nach so viel Lob in Richtung Ehrenamt wollte Professor Dr. Josef Heigl nicht ein bayerisches Sprichwort bemühen, das da sagt: „Es wurde schon so viel gesagt, nur nicht von mir", sondern er beschränkte sich auf das Wesentliche. Und das hieß: Dank an die Preisträger, die erfolgreiche Arbeit im Verein geleistet haben. Dank an die Preisträger für den Beweis, dass das Ehrenamt lebt und sich auch von der Boulevardpresse nicht totsagen lässt. Dank an den Fußballverband, der die Botschaft des Ehrenamts über sein ganzes Gebiet verbreitet.

Heigl: „Wir stecken in einer Krise, ja. Aber nicht der, dass es keine Ehrenamtler gibt, sondern dass wir bei geringer werdender Bevölkerung mehr Ehrenamtler brauchen."

Ehrenamtler, ohne die auch ein Hans-Peter Briegel, wie er selbst betont, nie „deutscher Jugendmeister im Weitsprung, Fußballer beim 1. FC Kaiserslautern, Vize-Weltmeister, Europameister und italienischer Meister geworden wäre". Und das alles als „Walz aus der Pfalz".

 

Aus dem Fußballverband Rheinland dürfen sich Heike Fantes, Jürgen Mohrs, Rolf Hans und Klaus Schneider im nächsten Jahr auf die Mitgliedschaft im DFB-Club-100 freuen.

 

 

Preisträger der Fußballkreise

 

Zum dreizehnten Male ist die Ehrenamtsaktion des Deutschen Fußball-Bundes gelaufen und für das Jahr 2009 im Bereich des Fußballverbandes Rheinland abgeschlossen. Hier die Preisträger der neun Fußballkreise:

 

Westerwald/Sieg:

Michael Ilga ist seit 2004 beim VfB Wissen als Jugendleiter, Trainer und Betreuer tätig. Im Herbst 2008 begann er mit dem Aufbau einer Frauenmannschaft, die in der Spielzeit 2009/2010 am Spielbetrieb teilnimmt. Seit August 2009 trainiert Michael Ilga eine neu gegründete B-Juniorinnen-Mannschaft, die seit dieser Zeit auch im Spielbetrieb ist.

 

Westerwald/Wied:

Günter Dick (Betreuer und Trainer der Mädchen bei der TSG Urbach) hat vor fünf Jahren die Betreuung der Fußball-AG der Nelson-Mandela-Realschule Dierdorf übernommen. Der Gewinn der ersten Futsal-DM in Mülheim/Ruhr und der Sieg beim Fritz-Walter-Cup 2009 waren die bisher größten Erfolge.. Zusätzlich gründete Günter Dick mit der TSG Urbach eine Mädchenmannschaft, die am Spielbetrieb im Kreis teilnimmt.

 

Rhein/Lahn:

Thomas Staffel, Leiter Abteilung Frauenfußball bei der Spvgg Bogel, hat im Juni 2004 die Frauenfußballmannschaft im Verein gegründet, die er auch bis zum heutigen Tag als Betreuer ständig begleitet. Er hat den Frauenfußball in dieser Region positiv beeinflusst. Außerdem hat Staffel im  Rahmen der Präsentation des Kinofilms „Das Wunder von Bern" einen gemeinsamen Auftritt des Teams mit Horst Eckel, einem der WM-Teilnehmer von 1954 vermittelt.

 

Koblenz:  

Jürgen Mohrs, Abteilungsleiter Mädchenfußball beim FV Rheingold Rübenach: Innerhalb nur weniger Jahre erreichte Jürgen Mohrs in seinem Heimatvereine etwas, was selbst kühnste Optimisten nicht für möglich gehalten hätten. Er suchte den Kontakt zu Grund- und Hauptschulen, um hier, insbesondere bei Mädchen, das Interesse für den Fußballsport zu wecken. Vier Mädchenmannschaften, die seit der Saison 2006/2007 den Spielbetrieb aufnahmen, sind die stolze Zwischenbilanz.

 

Rhein/Ahr:      

Rolf Hans, Vorstandsmitglied beim SC Niederzissen, gründete im Jahre 2004 eine Sportgruppe für Mädchen mit dem Schwerpunkt „Völkerball", die spätere Keimzelle für den Mädchenfußball beim SC Niederzissen. Heute nehmen in einer Mädchen-SG drei Mannschaften am Spielbetrieb teil. Hans übernahm zudem die Verantwortung als Trainer. Desweiteren gelang es ihm, weitere Helfer, Betreuer und Trainer für eine ehrenamtliche Tätigkeit im Mädchenfußball zu motivieren.

 

Hunsrück/Mosel: Thomas Olbermann ist seit 2005 Jugendleiter und -betreuer beim SV Mörsdorf. 2007 weitete er seine Tätigkeit in der JSG bzw. MSG aus, um den Mädchenfußball zu fördern. Thomas Olbermann initiierte viele Maßnahmen rund um den Frauen- und Mädchenfußball im Verein.

 

Trier/Saarburg:       

Heike Fantes, Abteilungsleiterin Frauenfußball beim TuS Wellen, hat vor mehr als 15 Jahren die Damenmannschaft „Hüpfer Wellen" ins Leben gerufen und ist seit dieser Zeit für Planung, Ausführung, Spiele und Veranstaltungen rund um die Damenmannschaft verantwortlich. Sie ist seit 10 Jahren im Vorstand aktiv.

 

Eifel:        

Klaus Schneider, Trainer und Betreuer Mädchenfußball beim SC Rengen, war im März 2006 war Mitbegründer der Mädchen-Fußballabteilung. In der Saison 2006/2007 übernahm er die Trainer- und Betreuertätigkeit bei den D-Juniorinnen, die dann bei den Hallen-Kreismeisterschaften antraten. 2008 und 2009 übernahm er die Organisation der Hallen-Rheinlandmeisterschaften der D-/B-Juniorinnen sowie der Futsal-Rheinlandmeisterschaften der A-Jugend. Darüber hinaus organisierte er Zeltlager für die Mädchenmannschaften und Fahrten zu Bundesliga-Spielen.

 

Mosel:

Klaus Lay, 2. Vorsitzender beim TuS Reil. Lay ist seit 1988 in verschiedenen Funktionen im Verein tätig. Insgesamt 15 Jahre war er Jugendtrainer und Betreuer. 2005 Herr Lay 2. Vorsitzender und half mit, die seither überaus erfolgreiche Abteilung „Mädchenfußball" aufzubauen. Klaus Lay organisiert seit Jahren die Bemühungen des TuS Reil sowie die Sanierung des Sportplatzgeländes und hat hier vor allem die Jugend für sein Vorhaben mobilisiert. Bei der alles entscheidenden Sitzung des Gemeinderates waren mehr als 100 Jugendliche, vor allem Mädchen, anwesend. Einstimmig wurde entschieden, dass der Hartplatz in einen Kunstrasenplatz umgewandelt wird.

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