Tag des Ehrenamts 2012
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Eigentlich war der Tag des Ehrenamts für die Preisträger des Jahres für den 4. Dezember angedacht. Aber dieses Datum fiel dann in Koblenz buchstäblich ins Wasser. Besser gesagt, ins Niedrigwasser, denn der Bombenfund und die Entschärfung der Bombe im Rhein führten exakt an diesem Datum zur Evakuierung von 45000 Menschen aus einem Großteil der Stadt. „Das war dennoch unser Tag des Ehrenamts", so die Bürgermeisterin Theres Hammes-Rosenstein gestern am Internationalen Nachhol-Ehrenamtstag im Fußballverband Rheinland in der Sportschule Oberwerth. Die Bürgermeisterin weiter: „Am 4. Dezember waren in der Stadt 2500 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die beim Ablauf der nötigen Maßnahmen geholfen haben. Ohne diese Helfer wäre der Tag am Rhein-Mosel-Eck nicht so reibungslos verlaufen."
Nun, die Schwerpunkte waren zur Feierstunde am 29. Januar 2012 anders gelagert. Hier stand der Sport, und wie könnte es beim Fußballverband Rheinland anders sein, der Fußball im Mittelpunkt. Stellvertretend für alle Ehrenamtler im FVR wurde das Engagement von je einem Vertreter aus den neun Kreisen hervorgehoben, die sich in ihren Heimatvereinen besonders verdient gemacht haben: Lothar Hilkes (SV Rheinbreitbach; Kreis Westerwald/Wied), Klaus Föhrenbacher (TuS Katzenelnbogen-Klingelbach; Rhein-Lahn), Klaus Bauer (SC Saffig; Rhein-Ahr), Halil Adali (Türkgücü Simmern; Hunsrück/Mosel), Harald Ney (SV Lasel-Feuerscheid; Eifel), Heinz Salzer (FC Alpenrod-Lochum; Westerwald/Sieg), Manfred Klöckner (TuS Kettig; Koblenz), Stefan Schmieder (FSV Tarforst; Trier/Saarburg) und Franz-Peter Spang (Spvgg Minderlittgen-Hupperath/Mosel). Die vier letztgenannten Ehrenamtspreisträger des Rheinlandes wurden zugleich in den DFB-Ehrenamtsclub 100 berufen.
Diese neun Ehrenamtler standen auch ganz zu Anfang der Begrüßung durch den Präsidenten des Fußballverbandes Rheinland, Walter Desch, der anschließend zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Behörden willkommen hieß. Stellvertretend seien genannt: Dr. Theo Zwanziger (DFB-Präsident), Karin Augustin (LSB-Präsidentin), Toni Kahl (FVR-Ehrenpräsident) nebst Gattin, Hans-Peter Schössler (Geschäftsführer Lotto RLP), Horst Eckel (Weltmeister 1954) sowie mit Norbert Neuser ein Mitglied des Europa-Parlaments. Außerdem begrüßte Desch eine Delegation des Partner-Fußballverbandes Komarom-Esztergom aus Ungarn mit dem neuen Präsidenten Dr. Csaba Kancz sowie Direktor Lászlo Khéner an der Spitze. Im laufenden Jahr 2012 feiern die beiden Verbände das 20-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft mit einer Feier in Koblenz und regem Jugendaustausch.
In ihren Grußworten betonten dann Karin Augustin und Marie-Theres Hammes-Rosenstein die Bedeutung des Ehrenamtes in allen Bereichen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens und gleichzeitig die Wichtigkeit, dieses Engagement trotz aller Sparmaßnahmen zu unterstützen. Norbert Neuser hob hervor, dass der Gedanke des Ehrenamts mittlerweile auch ins Europaparlament Einzug gehalten habe und sich die Abgeordneten an den Verhältnissen in Mitteleuropa, vornehmlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz orientieren: „Dieser Gedanke muss sich auch auf andere Länder übertragen."
Weit von sich wies Dr. Theo Zwanziger die Behauptung, der Ehrenamtspreis sei sein „Kind": „Die Idee stammt von Egidius Braun, der mir mal aufgetragen hat, mich mit dem Gedanken zu beschäftigen. Ich habe das während eines Mallorca-Urlaubs gemacht und kam zu der Erkenntnis, dass es hier nicht vornehmlich um Geld gehen kann. Denn hier stehen das Amt, die Aufgabe und die Ehre im Mittelpunkt. Allerdings bewegt sich in Sachen der Anerkennung der ehrenamtlichen Kompetenz auch heute noch viel zu wenig. Es werden auch von Seiten des Staates fantastische Reden geschwungen und viel zu wenig an der Basis für das Ehrenamt getan. Stattdessen werden Mittel für Exotenprojekte rausgeschmissen, statt den engagierten Leuten das Gefühl zu geben, dass sie erst genommen und nicht ausgenutzt werden."
In die gleiche Kerbe schlug dann auch Hans-Peter Schössler, der mit Dr. Zwanziger ein kongeniales Duo in Sachen Ehrenamt bildet. Locker, doch stets mit tiefsinnigem Hintergrund verwies er auf „mehreren hunderttausend Ehrenamtler in Rheinland Pfalz, die im Dank und aus strahlenden Kinderaugen ihre Anerkennung finden". Außerdem forderte Schössler auf, einfach „etwas rebellischer zu werden, wenn wieder einmal die Mittel für Sport und Verein gekürzt werden sollen". Und das unterlegt der Lotto-Chef mit einem Zitat des CDU-Politikers Heiner Geißler, der 1971 gesagt hat: „Wir dürfen nicht am Sport sparen, sondern müssen mit dem Sport sparen."
Sätze, die Dr. Zwanziger abschließend auf einen Nenner brachte: „Das Ehrenamt hat seinen Wert in sich selbst. Es bringt manchmal Ärger und wird scheinbar zur Last. Aber letztlich überwiegt die Freude, etwas für andere getan zu haben. Der Dank ist der schönste Lohn. Aber wir müssen diesen Lohn auch transparent und sichtbar machen."
Was wir hiermit für die neun Ehrenamtspreisträger im FVR für das Jahr 2011 stellvertretend für die anderen „mehreren Hunderttausend" tun.
Ehrenamtspreisträger und neue Mitglieder im „Club 100":
Westerwald/Sieg: Heinz Salzer (Jugendleiter FC Alpenrod-Lochum)
Heinz Salzer ist seit 1977 Jugendleiter beim FC Alpenrod-Lochum und seit 1982 auch Ju-gendleiter der JSG Alpenrod-Lochum/Nistertal/Unnau/Gehlert. Ein ganz wichtiger Aspekt, neben der Jugendarbeit im Verein, ist die Zusammenarbeit mit den Schulen. Seit 2008 be-steht bereits eine Kooperation mit der Grundschule Alpenrod, bei der allen Ganztagsschul-kindern wöchentlich ein Sport- und Bewegungsangebot währen der Schulzeit gemacht wird. Auch werden regelmäßig Events zusammen mit der Schule organisiert. So gab es im Mai 2009 einen Integrationstag, bei dem alle Schüler im Unterricht verschiedenste Kulturen ken-nenlernten und auch z. B. anhand von türkischem Mittagessen diese hautnah erleben konn-ten. Abschluss des Tages war ein mit besonderen Fair-Play-Regeln gespieltes Ballance-Fußball-Turnier. Auch in den Jahren 2010 und 2011 unter dem Schwerpunkt „Kinder stark machen" wurde die erfolgreiche Aktion von 2009 fortgeführt. Einmal im Jahr wird auch ein kostenloses Zeltlager für die Kinder des Vereins in Lochum durchgeführt. Das Camp soll den Zusammenhalt untereinander fördern und so Ausgrenzung oder Ähnliches verhindern. All die Aktivitäten, die allesamt sehr stark mit dem Namen Heinz Salzer im Zusammenhang stehen, tragen Früchte.
Koblenz: Manfred Klöckner (Jugendleiter TuS Kettig)
Manfred Klöckner ist ein Sportkamerad mit hohen menschlichen Qualitäten. Er verkörpert das soziale Gewissen des Vereins. Sein ausgeprägtes soziales Engagement für die finanziell Benachteiligten und körperlich Behinderten sowie seine fortwährenden Bemühungen zur Gewinnung und Integrierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus breiten Be-völkerungsschichten der Gemeinde wird anhand folgender Aktivitäten in den vergangenen drei Jahren bespielhaft sichtbar: Einsammeln gebrauchter Sportausrüstung und unentgeltli-cher Weitergabe an Kinder aus sozial schwachen Familien, Kontaktaufnahme zu den Be-wohnern der Förder- und Wohnstätten Kettig und das Angebot an die behinderten Menschen, einmal wöchentlich am Fußballtraining der Senioren teilzunehmen, Kontaktgespräche mit zahlreichen Familien mit Migrationshintergrund mit dem Ziel, den Kindern dieser Familien Fußball im Verein zu ermöglichen, Schnuppertraining für Mädchen, auch in Zusammenarbeit mit der Grundschule, sowie Beteiligung am Teamwettbewerb 2011, Spielfest für Jedermann mit der Möglichkeit für Jugendliche und Erwachsene, das DFB-Fußballabzeichen abzulegen.
Trier/Saarburg: Stefan Schmieder (Jugendleiter FSV Tarforst)
Stefan Schmieder ist Organisator von Jugend- und Freizeitcamps sowie Jugendturnieren. Er ist als Übungsleiter auch in einigen Schulen für den Verein tätig und koordiniert die Zusam-menarbeit mit den Kindergärten vor Ort. Ausländische Sportlerinnen und Sportler sind beim FSV Tarforst willkommen. Die Nähe zur Universität Trier ist unter anderem ein Grund für den relativ hohen Ausländeranteil im Verein - aber auch die Struktur des Wohngebietes, insbe-sondere im Bereich des Weidengrabens. Beim FSV wird Integration großgeschrieben. Stefan Schmieder versucht hier für die Sportlerinnen und Sportler aus den vielen Nationalitäten schnell eine angenehme Umgebung zu schaffen. So hat der Verein allein unter den 500 Fußballern/innen ca. 10 Prozent ausländische aktive Spieler. Mit großem Engagement und viel Individualismus ist es Stefan Schmieder gelungen, eine Jugendabteilung mit inzwischen 18 eigenständigen Mannschaften aufzubauen.
Mosel: Franz-Peter Spang (1. Vorsitzender Spvgg. Minderlittgen-Hupperath)
Franz-Peter Spang ermöglicht in sehr enger Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau eine soziale Integration aller, vor allem in den „Heimatdörfern" der Spielvereinigung, Minderlittgen und Hupperath. Seit neun Jahren findet innerhalb des Projektes der Sportjugend „Ferien am Ort" die Sommerfreizeit in Kooperation mit dem MV Hupperath statt. In diesem Jahr war Afrika das Thema. Neben dem Bauen von Lehmhütten, Feuer- und Wasserstellen erfahren die Kinder von 8 bis 14 Jahren auch viel über die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dem Kontinent.
Im Pfingstlager 2011 für Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 14 Jahren gab es ein Treffen der aus Haiti stammenden Kinder und Jugendlichen, die hier nach Deutschland adoptiert sind. Die haitianischen Kinder bestritten in drei Altersklassen Fußballspiele gegen die Zeltla-gerkinder.
Soziale Integration aller heißt für den Vorstand der Spvgg. unter der Leitung seines Vorsit-zenden auch, dass vor allem in den letzten Jahren Möglichkeiten/Angebote für alle geschaf-fen wurden, am Vereinsleben im Dorfverein teilzunehmen.
Kreisehrenamtspreisträger des Jahres 2011 sind:
Westerwald/Wied: Lothar Hilkes (Jugendleiter SV Rot-Weiß Rheinbreitbach)
Lothar Hilkes war 27 Jahre aktiver Spieler, seit 1988 ist er Jugendleiter im Verein. Er organi-siert Jugendfreizeiten, Turniere, trainiert und betreut Jugendmannschaften. Der Verein Rheinbreitbach hätte ohne das Engagement von Lothar Hilkes schon lange keinen Bestand mehr. Er ist im gesamten Kreis von allen Vereinen geachtet.
Rhein/Lahn: Klaus Föhrenbacher (Geschäftsführer TuS Katzenelnbogen-Klingelbach)
Mit Übernahme des Amtes als Geschäftsführer war Klaus Föhrenbacher auch zuständig für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Seit ca. sechs Jahren trainiert er (begonnen als Bam-binimannschaft) die heutige D-Jugend. Mit seiner Unterstützung fand in Katzenelnbogen im Oktober 2010 im Rahmen der Qualifizierungsoffensive ein Training für 16 Jugendtrainer statt. In Zusammenarbeit mit der Jugendpflege der Verbandsgemeinde konnte er ein Anti-Aggressionstraining im Verein gestalten.
Rhein/Ahr: Klaus Bauer (1. Vorsitzender SC Concordia Saffig)
Seit 1983 führt der SC Saffig jährlich, unter Federführung von Klaus Bauer, ein Fußball-Straßenturnier durch. Hierdurch konnten zum einen bereits viele Neubürger in die Dorfge-meinschaft integriert werden, und zum anderen hat der Verein mit dieser Maßnahme viele neue Mitglieder gewinnen können. Unter seiner Führung hat sich der Verein in den letzten Jahren in allen Belangen positiv entwickelt.
Hunsrück/Mosel: Halil Ibrahim Adali (Vorsitzender Türkgücü Simmern)
Halil Ibrahim Adali hat durch Eingliederung seiner türkischen Freunde einen großen Beitrag für die soziale Integration geleistet. Durch sein großes Engagement hat er dafür gesorgt, dass in dieser Saison auch endlich ein Rasenplatz für die Heimspiele zur Verfügung steht.
Eifel: Harald Ney (Trainer und Betreuer SV Lasel-Feuerscheid)
Harald Ney war über zwei Jahrzehnte als aktiver Fußballer im Verein und ist seit dem 1. Juli 2009 als Trainer und Betreuer tätig. Seit dieser Zeit besteht auch eine Spielgemeinschaft mit zwei anderen Vereinen. Es gelang ihm, aus drei Vereinen eine Einheit zu formen. Er ist mit großem Engagement und einem hohen Maße an sozialer Kompetenz bei seiner ehrenamtli-chen Tätigkeit im Verein.
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Seniorenclub bei WM 













