Neue Erfahrungen für die Vereine mit Jugendmannschaften und den Jugendausschuss des Fußballverbandes Rheinland: Im Frühjahr war mit großer Unterstützung der Vereine die Umstrukturierung des Juniorenfußballs der A- bis D-Junioren beschlossen worden, nach der die Klubs ihre Mannschaften in die aus ihrer Sicht passende Leistungsebene melden, ohne dass zuvor eine sportliche Qualifikation nötig ist – Ausnahme ist die höchste Spielklasse im Rheinland. Und diese Meldungen sind nun zum ersten Mal erfolgt – mit Resultaten, die den Verbandsjugendausschuss (VJA) ein gutes Zwischenfazit ziehen lassen.
„Die Mannschaftsmeldungen sind abgeschlossen, die Staffeln stehen, und auch die überkreislichen Spielpläne konnten in kurzer Zeit erstellt werden, die auf Kreisebene werden folgen. Besonders mit der Berechnung der Cluster in den Rheinlandligen sowie der Einteilung der Bezirksligen sind wir sehr zufrieden“, sagt Sven Edinger, Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses. Dabei zeigte sich, dass die Vereine die mit dem neuen System verbundene, größere Eigenverantwortung aktiv angenommen haben. „Man hat schon gemerkt, dass der eine oder andere Verein die Chance gesehen hat, neue Spieler zu gewinnen und entsprechend auch offensiv dafür geworben hat“, erklärt Edinger. Während einige Mannschaften bewusst eine Spielklasse höher gemeldet wurden, entschieden sich andere für eine vorsichtigere Einordnung. „Genau das zeigt aber, dass das neue System angenommen wird und die Vereine sich intensiv mit ihrer eigenen Leistungsfähigkeit auseinandersetzen.“
Insgesamt verlief die Meldung somit im erwarteten Rahmen, größere Unregelmäßigkeiten oder Überraschungen blieben aus. „Im Vorfeld gab es viele Fragen zur richtigen Selbsteinschätzung – eine gewisse Unsicherheit war also durchaus vorhanden. Mit zunehmender Erfahrung im neuen Spielsystem wird sich diese aber sicherlich legen“, meint Edinger. Ob alle Teams sportlich passend eingeordnet sind, wird sich spätestens nach der Winterrunde zeigen. Erst dann wird auch der Spielbetrieb der Oberliga beginnen, im ersten halben Jahr wird zunächst auf diese Liga verzichtet. Die acht Teilnehmer der Sommerrunde der Oberliga Rheinland qualifizieren sich vollständig über die Ergebnisse der Rheinlandebene in der Winterrunde.
Insgesamt 2.745 Mannschaften sind zum aktuellen Zeitpunkt gemeldet worden – diese Zahl wird sich auf Grund zu erwartender Veränderungen im Bereich der F-Junioren und Bambini allerdings erst nach den Sommerferien Mitte August belastbar sein. Dennoch hält Edinger fest: „Insgesamt sind wir mit den Meldezahlen sehr zufrieden. In den neuen Rheinlandligen starten bei den A-Junioren 32 Mannschaften, bei den B-Junioren 21, bei den C-Junioren 19 und bei den D-Junioren 16 Teams. Dass die A-Junioren in der Rheinlandliga die höchste Mannschaftszahl aufweisen, war aufgrund der neu geschaffenen Kombiliga aus den bisherigen Bezirks- und Kreisligen zu erwarten. Insgesamt entspricht die Verteilung weitgehend unseren Planungen.“
Eine besondere Herausforderung war mit der Erstellung der Spielpläne verbunden – insbesondere in den Rheinlandligen, in denen das aus der Champions League bekannte, sogenannte „Schweizer Modell“ zur Anwendung kommt, in dem nicht alle Mannschaften einer Liga gegeneinander spielen. „Dafür haben wir eigens eine Software entwickelt, die unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien möglichst ausgeglichene und faire Spielpläne erstellt“, erläutert Edinger. In den Bezirksligen und weiteren Spielklassen lag der Fokus hingegen vor allem auf regionalen Gesichtspunkten, um kurze Fahrtwege mit einer sportlich ausgewogenen Einteilung zu verbinden.
Der Weg ist also bereitet, der Juniorenfußball kann unter runderneuerten Rahmenbedingungen beginnen. Und die Vorfreude darauf ist groß: „Jetzt beginnt der eigentlich spannende Teil: Das neue Spielsystem muss sich in der Praxis bewähren. Wir werden die Entwicklung aufmerksam begleiten und die Rückmeldungen der Vereine ernst nehmen“, sagt Edinger. „Unser Ziel war von Anfang an, ein lernendes System zu schaffen, das sich mit den Erfahrungen aus der Praxis weiterentwickelt. Deshalb wünschen wir uns einen offenen und konstruktiven Austausch mit den Vereinen. Nur gemeinsam können wir den Jugendfußball im Fußballverband Rheinland nachhaltig weiterentwickeln.“
Zum neuen Spielsystem der Junioren im FVR
Das System für die Altersbereich der A- bis D-Junioren besteht aus mehreren Leistungsebenen: von der höchsten Klasse (Oberliga Rheinland) über eine Rheinlandebene und Bezirksebenen bis hin zur Basisebene. Jugendliche sollen dabei möglichst häufig auf demselben Leistungslevel spielen, der Entwicklung der Spieler wird die höchste Priorität eingeräumt. Ein wesentlicher Vorteil ist die Flexibilität des Systems: Vereine können auf starke oder schwächere Jahrgänge reagieren, ohne für eine ganze Saison in einer unpassenden Liga festzustecken – und das sogar halbjährlich, da nach der Winterrunde neu gemeldet werden kann. Mit steigender Ebene im neuen System wachsen indes auch die Anforderungen an Strukturen und Qualität der Ausbildung. Trainerlizenzen, Kadergrößen und organisatorische Rahmenbedingungen sind je nach Ebene verbindlich geregelt, um ein professionelles Umfeld zu sichern.
Alle Infos zum neuen Spielsystem gibt es hier.



