Meilenstein für den Nachwuchs: Der FVR stellt das Spielsystem im Juniorenfußball um

Ihr habt Fragen zum neuen Spielsystem?

Hier geht es zu den FAQ.

Ein großer Schritt, ein wichtiger Schritt – und ein Schritt, der bei Vereinsvertretern, Verbandsverantwortlichen und externen Fachleuten auf sehr breite Zustimmung stößt:  Der Fußballverband Rheinland wird den Juniorenfußball der A- bis D-Junioren zur neuen Saison 2026/27 umstrukturieren. Demnach melden Vereine ihre Mannschaften in die aus ihrer Sicht passende Leistungsebene, ohne dass zuvor eine sportliche Qualifikation nötig ist – Ausnahme ist die höchste Spielklasse im Rheinland. So sollen Jugendliche möglichst häufig auf demselben Leistungslevel spielen und die Teams in jeder Halbserie neu passend einsortiert werden können. Der Entwicklung der Spieler wird damit die höchste Priorität eingeräumt. Das System besteht aus mehreren Leistungsebenen: von der höchsten Klasse (Oberliga Rheinland) über eine Rheinlandebene und Bezirksebenen bis hin zur Basisebene. In anderen Landesverbänden gibt es bereits ähnliche Ansätze, die im Hinblick auf die Altersbereiche und Ligen allerdings nicht voll umfänglich umgesetzt werden und teilweise an ein Quotienten- und Qualifikationssystem gekoppelt sind.

Das neue System des Fußballverbandes Rheinland ist das Resultat eines Entwicklungsprozesses, angestoßen und umgesetzt durch die Arbeitsgruppe Spielsystem des Verbandsjugendausschusses. Sven Edinger, Vorsitzender des Ausschusses, stellte die Idee dieses neuen Spielsystems im Rahmen dreier Regionalkonferenzen in den Bezirken West, Mitte und Ost insgesamt rund 180 Vereinsvertretern vor, dazu unterstrichen Experten wie Hannes Wolf, Markus Hirte, Volker Kersting und Clemens Decker bei einer Online-Diskussion ihre Begeisterung für das neue System. Da war der Weg in eine erheblich modernisierte Zukunft im Juniorenfußball des FVR bereits geebnet: Rund 85 Prozent der Vereinsvertreter hatten bei den Regionalkonferenzen die Einführung des neuen Systems befürwortet – und damit eine sehr stabile Grundlage für den Wechsel gelegt.

„Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und auch stolz darauf. Dieses positive Feedback zeigt uns, dass uns viel Vertrauen entgegengebracht wird – und dass die Arbeitsgruppe gute Arbeit geleistet hat“, sagt Edinger. „Gemeinsam haben wir einen mutigen, innovativen und zukunftsorientierten Schritt gewagt. Ich möchte mich ausdrücklich bei den Vereinen bedanken. Es ist keine Selbstverständlichkeit, einer so großen Reform mit so viel Offenheit zu begegnen. Wir wissen, dass das ein großer Schritt ist und Zeit brauchen wird. Aber wir sind überzeugt: Wenn das System so gelebt wird, wie es gedacht ist, dann wird es den Jugendfußball im Rheinland langfristig stärken – gemeinsam mit unseren Vereinen.“

Große Leistungsgefälle, in denen Spitzenmannschaften regelmäßig zweistellige Siege einfahren, sollen mit dem neuen Spielsystem deutlich reduziert werden. Ein wesentlicher Vorteil ist zudem seine Flexibilität: Vereine können auf starke oder schwächere Jahrgänge reagieren, ohne für eine ganze Saison in einer unpassenden Liga festzustecken – und das sogar halbjährlich. Mit steigender Ebene im neuen System wachsen indes auch die Anforderungen an Strukturen und Qualität der Ausbildung. Trainerlizenzen, Kadergrößen und organisatorische Rahmenbedingungen werden je nach Ebene verbindlich geregelt, um ein professionelles Umfeld zu sichern. Im Rahmen der Regionalkonferenzen sprachen sich zudem 91 Prozent der Vereine dafür aus, dass der Verbandsjugendausschuss das Recht erhält, Mannschaften eine Meldung in einer niedrigeren Ebene vorzuschreiben, sofern sie in einer Ebene sportlich deutlich unterlegen sind.

„Das ist ein Quantensprung – wir sind wirklich begeistert. Auch davon, dass die Vorbereitung und Umsetzung so schnell erfolgt sind“, sagt Hannes Wolf, DFB-Direktor Nachwuchs, Training und Entwicklung. „Der Schlüssel für Entwicklung ist Spielzeit und gutes Training. Und diese Entwicklung muss gar nicht für die Bundesliga sein – gern auch beispielsweise für die Bezirksliga. Wir finden dieses Spielsystem viel, viel besser als das, was seit vielen Jahrzehnten fast überall praktiziert wird.“ Markus Hirte, Sportlicher Leiter Talentförderung des DFB, ergänzt: „Kindern und Jugendlichen macht Fußball spielen Spaß, wenn sie individuell Erfolgserlebnisse haben und sich mit ihrem Team mit anderen Mannschaften auf ähnlichem Level messen können – das aber ist im aktuellen System häufig nicht der Fall. Und das führt dann dazu, dass die Kinder und Jugendlichen die Freude am Fußball verlieren. Daher ist es nicht wichtig, in welcher Liga ich spiele, sondern nur, dass ich attraktive Spiele absolvieren kann.“

Das unterstreicht auch Volker Kersting, Direktor Nachwuchsfußball, 1. FSV Mainz 05: „Wir müssen die Spieler in den Vordergrund stellen, nicht das Ergebnis. Aus eigener Erfahrung: Abstiegskampf ist destruktiv, weil sich alles nur noch daran ausrichtet und der Druck enorm hoch ist. Wichtig ist, all dies möglichst wegzunehmen – der Spaß muss im Vordergrund stehen, nur dann entwickelt sich ein Spieler. Auch deshalb ist dieses neue Spielsystem ein riesiger Fortschritt – ich kann nur dazu gratulieren, so fortschrittlich zu denken und dies dann auch umzusetzen.“

Worte, die Sven Edinger und sein Team im Verbandsjugendausschuss gern hören – zu diesem Team zählt auch Dr. Michael Wilkes, FVR-Vizepräsident Jugend: „Das neue Spielsystem gibt unseren Vereinen die Möglichkeit, ihre Teams regelmäßig neu einzuordnen. Hiermit schaffen wir den Wettbewerb nicht ab, wir intensivieren ihn“, sagt er. „Unser Ziel ist ein System, das flexibel, durchlässig und fair ist. Die Meldeliga eröffnet Vereinen und Talenten neue Chancen. Wenn wir deutliche Leistungsgefälle reduzieren, profitieren am Ende alle: Talente werden besser gefördert, und auch die vermeintlich schwächeren Mannschaften verlieren nicht dauerhaft die Freude am Fußball.“

Clemens Decker, Sportlicher Leiter des FVR, sagt: „Ich freue mich auf das neue Spielsystem im Juniorenbereich, weil es zum einen die Chance bietet, Spielklassen ausgeglichener zu gestalten, und zum anderen häufiger Wettkämpfe auf Augenhöhe ermöglicht – nur dann findet Entwicklung statt. Wenn wir die Jungs so gut ausbilden, dass sie später in der Oberliga oder auf ähnlichem Niveau spielen, ist es umso schöner, wenn dieses System dazu beigetragen hat. Es musste eine Veränderung her, und dieser Schritt ist sehr gut gelungen.“ Derselben Ansicht ist auch Gregor Eibes, Präsident des Fußballverbandes Rheinland: „Wir wollen einen echten Wettbewerb auf passendem Niveau ermöglichen. Und wir müssen den Mut haben, uns endlich an den Bedürfnissen der Kinder zu orientieren. Diesen Weg gehen wir jetzt, das ist der einzig richtige Weg. Ich bin den Vereinen sehr dankbar, dass sie ihn so überwältigend mitgehen.“

Wie geht es nun weiter? Der Verbandsjugendausschuss erarbeitet die neuen Durchführungsbestimmungen – unter anderem auf Grundlage der Rückmeldungen aus den Regionalkonferenzen und inklusive rechtlicher Prüfung durch FVR-Vizepräsident Achim Kroth. Ziel ist, im April die erste Fassung der Durchführungsbestimmungen zu veröffentlichen. Die finale Version wird voraussichtlich Mitte Juli stehen, wenn alle Staffeln eingeteilt sind. Das Grundkonstrukt wird jedoch vorher sichtbar und veröffentlicht – die Vereine werden also weiterhin eng mitgenommen.

Die Präsentation zur Idee des neuen Spielsystems, vorgestellt im Rahmen der drei Regionalkonferenzen, ist hier abrufbar.

 

Das Meinungsbild aus den Regionalkonferenzen:

 

Das neue Spielsystem: So funktioniert es

Das neue Spielsystem im Überblick

Jugendausschuss-Vorsitzender Sven Edinger zum neuen Spielsystem

DFB-Direktor Hannes Wolf zum neuen Spielsystem

Markus Hirte, Sp. Leiter DFB-Talentförderung, zum neuen Spielsystem

Clemens Decker, Sportlicher Leiter FVR, zum neuen Spielsystem

Fragen und Antworten zur Idee des neuen Spielsystems der Junioren

Der zentrale Unterschied liegt in der Art der Teilnahme.

Meldeliga

In einer Meldeliga kann eine Mannschaft aktiv gemeldet werden. Voraussetzung ist, dass ggf. das jeweilige Anforderungsprofil erfüllt wird.

Das bedeutet: Vereine entscheiden eigenverantwortlich, auf welchem Niveau sie ihre Mannschaft melden möchten – innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen. Die Verantwortung für die Meldung und die Einstufung der Mannschaft obliegt damit den Vereinen.

Die Meldeliga schafft Flexibilität und ermöglicht eine leistungsgerechte Einordnung zu den verschiedenen Saisonphasen.

Qualifikationsliga

In eine Qualifikationsliga kann man sich nicht einfach melden. Die Teilnahme erfolgt ausschließlich über sportlichen Erfolg – also durch Aufstieg – oder durch einen Abstieg aus einer höheren Liga. Vorrausetzung bleibt aber die Erfüllung gewisser Anforderungsprofile. Hier zählt ausschließlich die sportliche Leistung im Wettbewerb.

Zusammengefasst:

  • Meldeliga: Teilnahme durch Meldung bei ggf. Erfüllung des Anforderungsprofils
  • Qualifikationsliga: Teilnahme nur durch sportliche Qualifikation (Auf- oder Abstieg)

Das neue Spielsystem basiert auf vier klar definierten Ebenen. Ziel ist es, Mannschaften möglichst leistungsgerecht einzuordnen und gleichzeitig flexible Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.

 

  1. Oberliga Rheinland

Die Oberliga Rheinland ist die höchste Spielklasse im neuen System. Hier steht der sportliche Vergleich auf Top-Niveau im Vordergrund.

Merkmale der Oberliga Rheinland:

  • Zugang erfolgt ausschließlich über eine Qualifikation (Qualifikationsliga) und klar definiertem Anforderungsprofil
  • Acht Mannschaften pro Altersklasse
  • In der Regel steigen die zwei letzten Mannschaften ab
  • Leistungsorientierter Wettbewerb auf höchstem regionalem Niveau

 

  1. Rheinlandebene

Die Rheinlandebene bildet die starke regionale Leistungsebene unterhalb der Oberliga. Diese Ebene bietet ambitionierten Mannschaften eine anspruchsvolle sportliche Perspektive.

Merkmale der Rheinlandebene:

  • Zugang durch Meldung mit erfülltem Anforderungsprofil
  • Die beiden bestplatzierten Mannschaften steigen in der Regel in die Oberliga Rheinland auf
  • Es gibt keine Absteiger
  • Wettbewerb und Entwicklung im ausgewogenen Verhältnis
  • Leistungsorientierter, aber nicht ausschließlich ergebnisgetriebener Spielbetrieb
  • Empfehlung Verband für Meldung: Leistungsstarke, ambitionierte Teams mit stabilem Kader

 

  1. Bezirksebene

Die Bezirksebene sorgt für eine strukturierte überkreisliche Wettbewerbsform.

Merkmale der Bezirksebene:

  • Zugang durch Meldung mit erfülltem Anforderungsprofil
  • Erste Vergleichbarkeit überkreislich
  • Stabile und faire Wettbewerbsbedingungen
  • Empfehlung Verband für Meldung: Gute Kreisteams oder Mannschaften mit klarer sportlicher Perspektive

 

  1. Basisebene

Die Basisebene ist das breitensportliche Fundament des Systems. Sie kann – je nach Anzahl der Meldungen im jeweiligen Fußballkreis – aus bis zu drei Stufen bestehen:

  • Kreisoberliga
  • Kreisliga
  • Kreisklasse

Merkmale der Basisebene:

  • Zugang durch Meldung ohne Anforderungsprofil
  • Flexible Staffelgrößen
  • Anpassung an Mannschaftszahlen
  • Fokus auf Ausbildung, Entwicklung und Spielzeit

 

  • Empfehlung Verband für Meldung: Neue Teams, breite Mannschaften oder Gruppen mit wechselnder Besetzung
  • Besonderheit A-Junioren: Eine Besonderheit gibt es bei den A-Junioren, da hier aufgrund der niedrigen Anzahl von gemeldeten Mannschaften die Bezirks- und Basisebene zusammengefasst und im kreisübergreifenden Spielbetrieb abgebildet werden.

Das neue Spielsystem startet mit der Saison 2026/27. Zu Beginn der Saison wird es eine Übergangsphase (Winterrunde 2026) von einem halben Jahr geben. Diese Phase dient dazu, den Wechsel vom bisherigen System in das neue Modell strukturiert und geordnet umzusetzen.

Ab der Sommerrunde der Saison 2026/27 greift das neue System dann vollständig.

Die Übergangsphase dient dazu, einen geordneten Wechsel vom bisherigen Spielsystem in das neue Modell zu ermöglichen. Sie umfasst das erste halbe Jahr der Saison 2026/27. In dieser Zeit wird die Grundlage für die neue Einteilung geschaffen.

Meldemöglichkeiten in der Übergangsphase

Um den Einstieg flexibel zu gestalten, gelten folgende Regelungen:

  • Mannschaften aus den Kreisklassen können in die Bezirksebene melden.
  • Mannschaften aus den bisherigen Bezirks- und Rheinlandligen können sich für die Rheinlandebene, Bezirksebene oder Basisebene melden

Bei den A-Junioren besteht eine Sonderregelung: Hier können Mannschaften aus den Kreisklassen direkt in die Rheinlandebene melden.

Regelung zur Oberliga Rheinland

Im ersten halben Jahr wird zunächst auf die Oberliga Rheinland verzichtet. Die acht Teilnehmer der Sommerrunde der Oberliga Rheinland qualifizieren sich vollständig über die Ergebnisse der Rheinlandebene in der Winterrunde.

Damit entsteht ein sportlich sauberer Übergang in die höchste Spielklasse des neuen Systems. Die Übergangsphase stellt somit sicher, dass alle Mannschaften die Möglichkeit erhalten, sich realistisch einzuordnen und sich sportlich für ihre neue Spielklassenstruktur zu qualifizieren.

Im Grundsatz gilt das neue Spielsystem für die Altersklassen A- bis D-Junioren. Dabei gibt es bei den A-Junioren eine leicht angepasste Struktur – siehe auch die Beschreibung zum Aufbau des Spielsystems. Eine Ebene entfällt hier, sodass die Einteilung altersgerecht angepasst ist.

Mit dem neuen Modell setzen wir bewusst im klassischen Jugendfußball (D- bis A-Junioren) an. Im Kinderfußball gelten andere Voraussetzungen. Hier stehen vor allem Spielzeit, Erlebnischarakter und altersgerechte Entwicklung im Mittelpunkt. Deshalb wird das neue Ligensystem dort nicht in gleicher Form angewendet.

Dennoch beschäftigen wir uns auch im Kinderfußball mit einer stärkeren Einteilung von Spielen auf Augenhöhe. Ziel ist es, auch hier Über- und Unterforderung zu vermeiden und die individuelle Entwicklung der Kinder in den Fokus zu stellen.

Zusammengefasst: Das neue System betrifft den Jugendfußball von D bis A – immer mit dem Ziel, Entwicklung vor Ergebnisdenken zu stellen.

Für die Saison 2026/27 gelten folgende Meldefenster:

  • Hauptmeldefenster: Mai 2026 bis 30. Juni 2026
  • Zusätzliches Winter-Meldefenster: Dezember 2026 bis 15. Januar 2027

Das Winter-Meldefenster ermöglicht eine Ummeldung in eine andere Spielklassenebene zur sich daran anschließenden Sommerrunde. Ob die Wintermeldung über das DFBnet oder in einem anderen Verfahren erfolgt, wird derzeit noch geklärt. Mit dieser zeitlichen Struktur schaffen wir einen klaren Startpunkt und gleichzeitig ausreichend Flexibilität für eine saubere Umstellung auf das neue Spielsystem.

Die Saison wird zukünftig in zwei unabhängig voneinander getrennten Runden gespielt

  • Winterrunde (August-November)
  • Sommerrunde (Februar-Juni)

Beide Runden werden eigenständig gespielt und abgeschlossen. In jeder Phase wird ein eigener Meister ermittelt.

Ein entscheidender Vorteil dieser Struktur ist die erhöhte Flexibilität: Zur Halbserie – also nach der Winterrunde – gibt es die Möglichkeit zu einem Auf- oder Abstieg in der Oberliga Rheinland beziehungsweise zu einer Ummeldung in eine andere Spielklassenebene.

Das bedeutet: Mannschaften müssen nicht ein ganzes Jahr in einer Liga verbleiben, wenn sich ihre Leistungsstärke deutlich verändert hat. Entwicklungen können schneller berücksichtigt werden. Auf Unter- bzw. Überforderung kann schneller und zielgerichteter reagiert werden.

Durch die Teilung in zwei Runden schaffen wir einen dynamischeren Wettbewerb und stellen sicher, dass Teams möglichst häufig auf einem leistungsgerechten Niveau spielen.

Ja, auch im neuen Spielsystem gibt es weiterhin einen klar geregelten Auf- und Abstieg.

Ein Auf- und Abstieg erfolgt:

  • in die Oberliga Rheinland und aus der Oberliga Rheinland,
  • in die Regionalliga und aus der Regionalliga.

Damit bleibt der leistungsorientierte Wettbewerb erhalten: Sportlicher Erfolg wird belohnt, sportliche Entwicklung ermöglicht den nächsten Schritt.

Eine Ausnahme bilden die D-Junioren – hier gibt es keine Regionalliga, sodass in dieser Altersklasse kein Auf- oder Abstieg auf diese Ebene stattfindet.

Grundsätzlich gilt: Leistung soll weiterhin eine Perspektive nach oben eröffnen – gleichzeitig sorgt das flexible System dafür, dass Mannschaften möglichst leistungsgerecht eingeordnet werden.

Ja – und sogar mehr als bisher. Da die Saison in eine Winter- und eine Sommerrunde unterteilt ist, wird in jeder dieser beiden Phasen ein eigener Meister beziehungsweise Staffelsieger ermittelt.

Das bedeutet: Jede halbe Saison bietet die Chance auf einen Titelgewinn. Leistungen werden damit regelmäßiger sichtbar und belohnt.

Ein möglicher Auf- oder Abstieg ist davon unabhängig geregelt und wird in der entsprechenden FAQ zum Auf- und Abstiegsrecht näher erläutert.

Durch diese Struktur entstehen zusätzliche sportliche Anreize – und jede Runde bekommt ihre eigene Bedeutung.

Die Größe der Oberliga Rheinland basiert auf einer fundierten Analyse der vergangenen, vollständig gespielten Spielzeiten der Rheinlandligen im Juniorenbereich. Dabei hat sich gezeigt, dass die höchste Leistungsdichte regelmäßig im Bereich der Plätze eins bis sechs liegt. In diesem Bereich bewegen sich die Mannschaften sportlich auf sehr engem Niveau. Dahinter werden die Leistungsunterschiede häufig größer.

Mit einer Staffelstärke von acht Mannschaften stellen wir sicher, dass:

  • das sportliche Niveau insgesamt sehr hoch bleibt,
  • möglichst viele Spiele auf Augenhöhe stattfinden,
  • die Leistungsdichte innerhalb der Liga eng beieinanderliegt.

Gleichzeitig sorgen zwei zusätzliche Plätze über die „Kern-Leistungsgruppe“ hinaus für eine sinnvolle sportliche Dynamik. Durch Auf- und Abstieg entsteht eine gesunde Fluktuation, ohne die Qualität der Liga zu verwässern. So verbinden wir hohe Wettbewerbsqualität und -intensität mit sportlicher Durchlässigkeit – und sichern dauerhaft ein anspruchsvolles Leistungsniveau in der Oberliga Rheinland.

Die Rheinlandebene orientiert sich am sogenannten Schweizer System, wie man es beispielsweise aus der Champions League oder Youth League kennt.

Grundsätzlich bilden alle Mannschaften der Rheinlandebene eine gemeinsame Staffel. Allerdings spielt nicht jede Mannschaft gegen jede andere. Stattdessen absolviert jedes Team eine festgelegte Anzahl an Spielen.

Um dabei sowohl sportliche Ausgewogenheit als auch praktikable Fahrtwege zu gewährleisten, werden innerhalb der Rheinlandebene regionale Cluster gebildet.

  • Ein Teil der Spiele findet innerhalb des eigenen Clusters statt.
  • Ein weiterer Teil der Spiele wird gegen Mannschaften aus anderen Clustern ausgetragen.

Durch ein vorher festgelegtes Ranking innerhalb der Cluster wird sichergestellt, dass jede Mannschaft – unabhängig vom eigenen oder fremden Cluster – gegen Teams aus unterschiedlichen Leistungsbereichen spielt: also gegen vermeintlich stärkere, gleich starke und schwächere Gegner.

Am Ende werden alle Ergebnisse in einer gemeinsamen Tabelle zusammengeführt. Aus sämtlichen Partien ergibt sich ein offizielles Gesamtranking, das die sportliche Platzierung der Rheinlandebene abbildet. Die beiden bestplatzierten Mannschaften steigen dann grundsätzlich am Ende der Runde in die Oberliga Rheinland auf.

„Einordnung vor Festlegung“ bedeutet, dass Mannschaften nicht automatisch durch starre Auf- und Abstiegsregelungen langfristig in einer bestimmten Liga „festgelegt“ sind. Im bisherigen System entschied in erster Linie die Platzierung der Vorsaison über die Ligazugehörigkeit – unabhängig davon, wie sich eine Mannschaft personell oder sportlich weiterentwickelt hatte. Gerade im Jugendfußball können sich Leistungsstände jedoch innerhalb kurzer Zeit stark verändern.

Im neuen System können Vereine ihre Mannschaften auf dem Leistungsniveau melden, auf dem sie aktuell ihr Potenzial sehen – natürlich unter Berücksichtigung des jeweiligen Anforderungsprofils. Diese Flexibilität ermöglicht eine realistischere Einordnung der tatsächlichen Leistungsstärke und verhindert dauerhafte Über- oder Unterforderung. Damit stellen wir die Entwicklung der Spielerinnen und Spieler konsequent in den Mittelpunkt: Nicht die starre Ligazugehörigkeit entscheidet – sondern das aktuelle Leistungsvermögen und die bestmögliche Förderung.

Die Anforderungsprofile wurden eingeführt, um dem steigenden Leistungsanspruch in den höheren Spielklassen gerecht zu werden und eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen.

Wichtig: Die Anforderungsprofile müssen zunächst nur für die überkreislichen Spielklassen erfüllt werden, also für:

  • Oberliga Rheinland
  • Rheinlandebene
  • Bezirksebene

Für die Basisebene gelten diese Vorgaben nicht.

Die Anforderungen beziehen sich vor allem auf zwei Bereiche: Trainerqualifikation und Kadergröße.

Zusammengefasst dienen die Anforderungsprofile nicht als Hürde, sondern als Qualitätsrahmen: Wer auf höherem Niveau spielen möchte, soll auch die entsprechenden strukturellen Voraussetzungen mitbringen – im Sinne einer nachhaltigen und professionellen Jugendausbildung.

Um die Ausbildungsqualität zu sichern, gelten folgende Mindestanforderungen:

Oberliga Rheinland:

  • DFB-B-Lizenz

Rheinlandebene:

  • DFB-C-Lizenz und zusätzliche vorgegebene Fortbildungsmaßnahme durch den FV Rheinland
  • oder mindestens begonnene DFB-B-Lizenz

Bezirksebene:

  • DFB-C-Lizenz

Damit stellen wir sicher, dass mit steigendem Leistungsniveau auch die fachliche Qualifikation der Trainer entsprechend wächst.

Die Kadergrößen sollen Trainingsqualität, individuelle Förderung und ausreichende Spielzeit sicherstellen.

Oberliga Rheinland & Rheinlandebene: verbindliche Vorgabe

Bezirksebene: Empfehlung

A-Junioren

  • mindestens 16, maximal 22 Spieler (davon 2 Flex-Spieler)

B-Junioren

  • mindestens 16, maximal 22 Spieler (davon 2 Flex-Spieler)

C-Junioren

  • mindestens 16, maximal 20 Spieler (davon 2 Flex-Spieler)

D-Junioren

  • mindestens 14, maximal 18 Spieler (davon 2 Flex-Spieler)

Anmerkung: Flex-Spieler können von Spiel zu Spiel variieren.

Sonderregelungen

Wird die Mindestspielerzahl durch langfristige Verletzungen (Nachweispflicht!) unterschritten, dürfen Spieler nachnominiert werden, bis die Mindestanzahl wieder erreicht ist. Jede Mannschaft sollte zwei Torhüter im Kader haben. Sollte es zu einer langwierigen Verletzung beider Torhüter kommen, kann ein weiterer Torhüter nachnominiert werden – unabhängig von der Mindestspielerzahl.

Ziel der Kaderregelung ist es nicht, Vereine einzuschränken, sondern die Ausbildungsqualität zu stärken, Einsatzzeiten zu sichern und eine verantwortungsvolle Kaderplanung zu fördern.

Das bisherige Spielsystem hat über viele Jahre gut funktioniert und den Jugendspielbetrieb zuverlässig organisiert. Doch die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert – und damit auch die Anforderungen an den Jugendfußball.

Die Mannschaftszahlen gehen vielerorts zurück, Leistungsunterschiede innerhalb der Ligen werden größer und Entwicklungen verlaufen heute deutlich dynamischer als noch vor einigen Jahren. Unser bisheriges System mit festen Ligengrenzen und klassischen Auf- und Abstiegsregelungen bietet hier nur begrenzte Flexibilität.

Starre Strukturen führen zunehmend dazu, dass Mannschaften teilweise entweder über- oder unterfordert sind. Ein Aufstieg ist teilweise deutlich schwieriger zu erreichen als eine Spielklasse zu halten. Gleichzeitig können wir auf sportliche Entwicklungen von Vereinen, Teams oder einzelnen Jahrgängen nur eingeschränkt reagieren. Besonders im Jugendbereich, in dem sich Leistungsstände schnell verändern, wird ein über die gesamte Saison festgelegtes Ligensystem dieser Dynamik oft nicht gerecht.

Deshalb möchten wir den Spielbetrieb moderner, flexibler und entwicklungsorientierter gestalten. Ziel ist ein System, das faire Einordnung ermöglicht, Leistung belohnt und gleichzeitig langfristige Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.

Das neue Spielsystem gibt den Vereinen mehr Gestaltungsmöglichkeiten – bringt aber gleichzeitig mehr Verantwortung mit sich. Vereine entscheiden künftig selbst, auf welchem Leistungsniveau sie ihre Mannschaft melden. Voraussetzung ist eine ehrliche und realistische Einschätzung der eigenen sportlichen Stärke. Ziel ist eine leistungsgerechte Einordnung, die weder über- noch unterfordert.

Diese Flexibilität eröffnet große Chancen:

  • Leistungsstarke „Leuchtturm“-Jahrgänge können direkt auf dem passenden, höheren Niveau gemeldet werden und erhalten eine klare sportliche Perspektive.
  • Schwächere oder im Umbruch befindliche Jahrgänge können auf einem angemessenen Niveau spielen, ohne dauerhaft überfordert zu sein.
  • Nachfolgende Jahrgänge sind nicht automatisch an die Einstufung der Vorsaison gebunden.

Darüber hinaus wird auch einer Gesamtentwicklung eines Vereins unmittelbar Rechnung getragen. Entwickelt sich ein Verein strukturell, organisatorisch oder sportlich insgesamt weiter, kann sich dies direkt in einer entsprechenden Meldung auf höherem Leistungsniveau widerspiegeln. Umgekehrt kann auch auf schwierige Phasen flexibel reagiert werden.

Das bedeutet: Jeder Jahrgang – und auch jeder Verein – wird in seiner aktuellen Leistungsstärke betrachtet. Entwicklung steht über starren Ligazuweisungen.

Mehr Flexibilität, mehr Fairness und eine konsequente Ausrichtung auf die Spielerentwicklung.

Wir möchten Über- und Unterforderung deutlich reduzieren. Zu große Leistungsunterschiede innerhalb einer Liga helfen weder der sportlichen Entwicklung noch der Motivation. Deshalb setzen wir auf eine leistungsgerechtere Einordnung und mehr Spiele auf Augenhöhe.

Wichtig ist dabei: Wir schaffen den Wettbewerb nicht ab – im Gegenteil. Durch mehr Duelle auf vergleichbarem Leistungsniveau entsteht sogar mehr echter Wettbewerb. Spiele werden intensiver, spannender und sportlich wertvoller.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Spielerinnen und Spieler. Leistung soll gefordert und gefördert werden – in einem Umfeld, das fordert, aber nicht überfordert.

Der neue Verbandsjugendausschuss wurde erst am 07. Juni 2025 durch den Verbandstag bestätigt. Direkt im Anschluss wurde die Arbeitsgruppe „Spielsystem“ gegründet, die sofort mit der Entwicklung eines neuen Konzepts begonnen hat. Dadurch war der zeitliche Rahmen von Beginn an begrenzt. Dennoch hat die Arbeitsgruppe mit großem Engagement innerhalb von rund neun Monaten ein umfassendes Konzept erarbeitet. 

Uns ist die Weiterentwicklung des Jugendspielbetriebs jedoch zu wichtig, um mit der Umsetzung noch ein weiteres Spieljahr zu warten. Gleichzeitig bleiben die grundlegenden Spielebenen größtenteils erhalten, sodass die Veränderungen für die Vereine überschaubar sind. Entscheidend für die Einteilung soll künftig stärker das Leistungsniveau der Mannschaften sein – ein Faktor, den Vereine in der Regel gut einschätzen können. 

Durch die vorgesehenen flexibleren Strukturen ist es zudem möglich, das System auch kurzfristiger umzusetzen. Das Meldefenster für die Mannschaften schließt erst am 30. Juni, sodass den Vereinen weiterhin rund dreieinhalb Monate Zeit für ihre Planung bis zum Saisonstart bleiben. 

Natürlich hätten auch wir uns gewünscht, das Konzept früher vorstellen zu können. Angesichts der Bedeutung und Tragweite der Veränderungen war es uns jedoch wichtig, das System sorgfältig und fundiert auszuarbeiten, um nun einen durchdachten und belastbaren Vorschlag präsentieren zu können.

Für alle Fragen, Anregungen oder Hinweise rund um das neue Spielsystem haben wir eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Sie erreichen uns per E-Mail unter Neues_Jugendspielsystem@fv-rheinland.de.

Darüber hinaus steht Ihnen unser hauptamtlicher Mitarbeiter Hans-Jürgen Christmann gerne persönlich zur Verfügung:

📞 0261 – 92137-135

Wir freuen uns über den Austausch und unterstützen Sie gerne bei allen offenen Fragen zum neuen Spielsystem.

TOP