Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter Gregor Eibes: Als Präsident des Fußballverbandes Rheinland wurde er im Rahmen des Verbandstags im Juni 2025 wiedergewählt und hat somit seine zweite Amtsperiode begonnen. Dies mit einem anderen privaten Hintergrund als bei seiner ersten Wahl im Juli 2022: Seit März des vergangenen Jahres ist der 65-Jährige im beruflichen Ruhestand und kann seine Termine und sein Engagement nunmehr anders ein- und aufteilen. In der aktuellen FiR-Ausgabe haben wir mit Gregor Eibes auf das Jahr 2025 zurückgeblickt – auf Entwicklungen und Tendenzen, Gelungenes und Ausbaufähiges.
Herr Eibes, wenn Sie das zurückliegende Jahr kurz beschreiben würden: Was bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Eibes: Zunächst einmal natürlich der Verbandstag im Juni in Simmern – unter anderem mit meiner Wiederwahl, für die ich immer noch dankbar bin. Ich bin sehr gerne weitere vier Jahre Präsident des Fußballverbandes; die neue, nun etwas längere Wahlperiode wurde ja ebenfalls beschlossen. Wir haben zudem eine tolle Präsidiumsmannschaft gewählt, mit der ich sehr zufrieden bin und mit der ich sehr gerne und toll zusammenarbeite. Dazu haben wir zwei verdiente Mitglieder des Präsidiums verabschiedet: zum einen Peter Lipkowski, ein Urgestein im Jugendfußball, der uns natürlich fehlt mit seiner Erfahrung. Er ist Ehrenmitglied des Fußballverbandes Rheinland geworden, was mich sehr freut – und das gilt genauso für unseren langjährigen Schatzmeister Dirk Janotta, den wir ebenso verabschiedet haben und der jetzt ebenfalls Ehrenmitglied ist.
Was kommt Ihnen darüber hinaus in den Sinn, gerade auch in sportlicher Hinsicht?
Eibes: Der Spielbetrieb hat gut funktioniert, der kreisübergreifende Spielbetrieb hat sich immer weiter etabliert und ist nicht mehr wegzudenken. Die Rheinlandpokale sind tolle Wettbewerbe mit spannenden Spielen bis zum Finale und besonderen Erlebnissen wie die Partie des FV Engers gegen Eintracht Frankfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals. Aber beispielsweise auch, dass wir mit der U17 von TuS Koblenz jetzt einen Verein aus unserem Verband haben, der in der Rückrunde in der DFB-Nachwuchsliga spielen wird – eine großartige sportliche Leistung.
Verbunden mit dem Jahr 2025 ist ja auch, dass Sie in den beruflichen Ruhestand gegangen sind. Hat sich das bereits ausgewirkt auf Ihr Amt als Präsident oder kommt das erst nach und nach?
Eibes: Ich denke, das zeigt sich schon. Seit dem 1. März 2025 bin ich im Ruhestand, und es wäre mehr als verwunderlich, wenn ich sagen würde, dass mein Terminkalender jetzt noch genauso aussehen würde wie zuvor. Die ganz große Terminfülle ist nun nicht mehr gegeben, und der Stress ist natürlich nicht mehr so enorm wie vorher, daher kann ich auch mehr Termine für den Verband wahrnehmen und mich intensiver mit verschiedenen Thematiken auseinandersetzen. Das erleichtert mir die Arbeit, und es macht dadurch auch noch mal ein Stück mehr Spaß, wenn es nicht unter dem absoluten Zeitdruck passiert und ich die Dinge ein bisschen genauer planen und zeitlich anders gestalten kann. Ich sehe dieses Ehrenamt als Präsident des Fußballverbandes Rheinland, verbunden mit der Tätigkeit beim DFB, im beruflichen Ruhestand eigentlich als fast ideale Beschäftigung, um nicht von 100 auf 0 zu gehen, sondern auch im Ruhestand eine sehr schöne Aufgabe zu haben – die auch deswegen so toll ist, weil sie mein Hobby ist. Das ist schon etwas ganz Besonderes.
Das alles legitimiert durch den Verbandstag, im Rahmen dessen Sie wiedergewählt worden sind. Auch wenn alle weiteren Entscheidungen, die an diesem Tag getroffen wurden, im Wesentlichen in Ihrem Sinne und im Sinne des Präsidiums waren, gibt es angesichts der geringen Beteiligung der Vereine einen Punkt, der kritisch beleuchtet werden muss: das Format der Veranstaltung. Wird es diesbezüglich Veränderungen geben, geben müssen?
Eibes: Über diese Thematik mache ich mir nicht zum ersten Mal Gedanken, aber dieses Jahr ist sie noch einmal ganz besonders zu Tage getreten. Sie betrifft aber nicht nur den Verbandstag, sondern auch die Kreistage. Die geringe Beteiligung ist schon ein Riesenproblem. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, für Kreistage und Verbandstag: Ist der bisherige noch der richtige Weg? Sind es die richtigen Termine? Sind es die richtigen Formate? Müssen wir im Rahmenprogramm irgendetwas anbieten, was die Vereine eher lockt? Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass man samstagsmorgens nicht unbedingt Lust hat, für fünf, sechs Stunden vielleicht auch noch 150 Kilometer irgendwohin zu fahren, um an einem Verbandstag teilzunehmen, bei dem eine Vielzahl der Entscheidungen mehr oder weniger schon im Vorfeld abgeklärt wurde. Aber es gibt natürlich Wahlen, und die sind auch für uns Gewählte wichtig, weil man darüber eine gewisse Legitimation erhält. Und bei zehn Prozent Beteiligung der Vereine fühlt man sich nicht so richtig legitimiert, das sage ich ganz ehrlich. Ich bin ein absoluter Verfechter davon, auf ein Delegiertensystem umzusteigen, auch wenn das in der Systematik natürlich noch ausgearbeitet werden muss. Und: Wir möchten die Vereine über unser Angebot locken und nicht – wie in anderen Landesverbänden – unter Androhung einer Geldstrafe zur Anwesenheit zwingen.
Der Fußballverband Rheinland wird sich auch strukturell ein wenig verändern, das war der Auftrag des diesjährigen Verbandstags nach den von Prof. Lutz Thieme und seiner Arbeitsgruppe erarbeiteten Ergebnissen. Wie wichtig sind diese und mögliche weitere Veränderungen?
Eibes: Ich halte das für ganz wichtig. Wir haben die Entwicklung evaluiert und jetzt Dinge angepackt, die nicht per Satzung geändert werden müssen – beispielsweise wurde die Anzahl der Kommissionen verringert und das Thema interne Zusammenarbeit auf neue Beine gestellt. Es gibt Gedankenspiele, ob wir im Hinblick auf das Format Verbandstag nicht sogar einen Zwischenschritt einlegen, also nicht vier Jahre warten, sondern schon nach einer kürzeren Zeit einen möglicherweise virtuellen Verbandstag stattfinden lassen. Wir müssen die Verbandsentwicklung weiter im Auge behalten. Aber eines ist auch klar: Wir können den Vereinen nicht zumuten, dass wir alle paar Jahre unsere Struktur umstellen. Wenn wir wesentliche Veränderungen anstreben, dann sollten diese auch in den nächsten Jahren beibehalten werden.
Mit Blick auf das Jahr 2025 – wo haben Sie das Gefühl: Da sind wir im Vergleich zum Vorjahr sichtbar vorangekommen?
Eibes: Da können wir einiges aufweisen. Ich fange mal mit dem Kinderfußball an. Die neuen Spielformen haben sich mittlerweile sehr stark etabliert. Es gibt immer noch Skeptiker, aber ich glaube, dass die meisten mittlerweile erkannt haben, dass der Start in den Vereinsfußball für die jungen Kinder spieltechnisch und spieltaktisch so wesentlich besser gelingt, weil sie viel mehr spielen, viel mehr Ballkontakte haben, nicht draußen sitzen, sondern ihre Begeisterung auf dem Sportplatz zeigen können. Und das wird meines Erachtens dazu führen, dass sich zumindest in den ersten Jahren die sogenannte Dropout-Quote verringern wird, weil manche bisher schon nach kurzer Zeit aufgehört haben, da sie nicht oder nur wenig spielen durften. Beim Frauen- und Mädchenfußball sind wir mit der Auftaktveranstaltung des DFB-Assist-Programms in die konkrete Umsetzung eingestiegen, das Konzept steht. Wir müssen dafür sorgen, dass wir die Vereine mitnehmen und für den Frauen- und Mädchenfußball gewinnen, dass wir Kümmerer finden, dass wir Schiedsrichterinnen finden, dass wir Trainerinnen und Trainer finden. Ich glaube, es ist das geringere Problem, dass wir Mädchen gewinnen, die Fußball spielen wollen – da sehe ich ein riesiges Potenzial. Aber wir brauchen insbesondere die Kümmerer, weil man ja sieht: Dort, wo es Kümmerer gibt, hat sich der Mädchenfußball toll entwickelt. Das Thema Schiedsrichter ist auf einem guten Weg, wir haben das neue Bonussystem etabliert, im Zuge dessen 129 Vereine im Verbandsgebiet für ihre herausragende Unterstützung im Bereich der Schiedsrichterarbeit in der Saison 2024/25 prämiert werden – insgesamt schütten wir 25.000 Euro an die Vereine aus. Die Zahl der Schiedsrichter ist nun ein weiteres Mal gestiegen. Natürlich gibt es auch viele weitere Bereiche, die Verbandsentwicklung oder die Clubberatung beispielsweise. Beides sind ebenfalls wichtige Themenfelder.
Eine Thematik, die dagegen durchaus Optimierungsbedarf aufweist, ist die Kommunikation mit den Vereinen. Der Fußballverband Rheinland und der DFB haben viele Angebote und können vielfach unterstützen – das aber kommt nicht oder zu wenig bei denjenigen an, die es betrifft und denen es helfen würde. Wo und wie sehen Sie einen Weg, die Informationen und Angebote noch besser an den Mann oder an die Frau zu bringen?
Eibes: Das ist eine gute Frage. Manchmal bin ich ein bisschen verzweifelt, weil es so viele für die Vereine interessante Themenbereiche, aber auch so viele Kanäle gibt. Da habe ich bisweilen den Eindruck, dass diese nicht an der Stelle ankommen, wo wir als Verband unseren Vereinen etwas mitteilen möchten. Das DFB-Punktspiel ist ein Beispiel, im Ranking der Landesverbände sind wir im Hinblick auf die prozentuale Beteiligung der Vereine derzeit Letzter. Aber ich verstehe es einfach nicht, warum nicht viel mehr Vereine mit dabei sind: Zwölf Bälle gibt es schon dafür, dass ich mich anmelde und eine kleine Maßnahme einreiche – das dauert zehn Minuten. Es ist ganz leicht, in die anderen Stufen zu kommen, weil die Vereine vieles davon ohnehin schon anbieten oder umsetzen. Oft genug hören wir aber: „Das war mir nicht bekannt.“
Woran könnte das liegen?
Eibes: Ich kann es mir nicht so richtig erklären, muss ich ganz ehrlich sagen, weil es ja überall in den Vereinen engagierte Menschen gibt, die sich mit diesem Thema dankenswerterweise tagtäglich beschäftigen. Aber warum diese Nachrichten offensichtlich nicht immer an der richtigen Stelle ankommen, erklärt sich mir nicht so ganz. Wenn ich unseren Newslettern sehe, unser mittlerweile digitales Verbandsmagazin „FiR“, unsere Social-Media-Kanäle, unsere Homepage, die Anschreiben an die Vereine, das DFBnet: Wir können die Aufzählung beliebig fortsetzen. Deshalb verstehe ich einfach nicht, warum es offensichtlich nicht da ankommt, wo es hingehört. Ich habe im Moment keine Lösung, aber das ist ein ganz entscheidender Aspekt, denn natürlich ist es auch wichtig für uns als Verband, dass wir uns und unsere Arbeit darstellen. Aber insbesondere geht es ja auch darum, dass wir Angebote machen, die davon leben, dass sie angenommen werden und die den Vereinen und den Ehrenamtlern weiterhelfen.
Müsste der direkte Kontakt zu den Vereinen intensiviert werden, auch über Vereinsdialoge?
Eibes: Die Vereinsdialoge halte ich insgesamt für äußerst wichtig. Das ist immer interessant, weil wir von den Vereinen Input erhalten, den wir an andere weitergeben und umgekehrt auch Tipps geben können. Die Probleme der Vereine sind fast überall die gleichen, aber es ist immer wieder spannend, über die Vereinsdialoge zu erfahren, wie es Vereine heute leisten, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, das Ganze zu finanzieren und wie viel Engagement dahintersteckt. Die Weiterverteilung von Informationen innerhalb der Vereine scheint mir ein Problem zu sein. Auch über die Vereinsdialoge müssen wir in Erfahrung bringen, wie wir das am besten lösen können. Wir müssen den Informationsfluss verbessern und den direkten Kontakt zu den Vereinen stärken.
Kommen wir zum Spielbetrieb, genauer gesagt zu Formaten oder alternativen Angeboten. Der FVR hat den Kleinfeld-Cup erstmals durchgeführt, Walking Football wächst und wächst. Die sogenannte zweite Säule wird breiter und wichtiger – sehen Sie das auch so?
Eibes: All dies ist zwar noch ein zartes Pflänzchen, das sich aber immer weiterentwickelt. Ich bin dankbar, dass wir hier gut aufgestellt sind, dass wir Mitstreiter gewonnen haben, insbesondere auch im Walking Football, wo sich unser Vizepräsident Marco Schütz sehr intensiv engagiert. Die Menschen, denen der reguläre Spielbetrieb mit zweimal Training in der Woche zu viel wird, dürfen uns nicht ganz verloren gehen, weil wir ihnen nichts Alternatives anbieten – dann sind sie auf der Couch und irgendwann auch nicht mehr Mitglied im Verein. Im Ü-Fußball wird es auch um neue Formate gehen, durchaus im Wettbewerbsbereich. Oftmals waren diejenigen, die jetzt im Walking Football oder Ü-Fußball aktiv sind, zunächst über Jahrzehnte hinweg in ihren Vereinen engagiert, konnten aus körperlichen Gründen irgendwann nicht mehr Fußball spielen, treffen sich jetzt aber wieder und entwickeln eine neue Bindung zum Verein, die vorher vielleicht weggebrochen war. Das sehe ich als ganz, ganz wichtig an.
Also geht es vor allem auch um Flexibilität?
Eibes: Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir immer mehr Angebote schaffen müssen, die dem immer individuelleren Freizeitverhalten der Menschen entsprechen. Wir können nicht nur überstülpen, einen Rahmenterminplan mit fixen Terminen erstellen, an dem sich die Menschen zu orientieren haben. Wir müssen uns immer mehr an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, wenn wir sie nicht für unseren Sport verlieren wollen, wenn wir sie in unseren Vereinen halten wollen – das ist eine wichtige und zentrale Aufgabe. Ebenfalls gut und wichtig ist das erste FVR-Hallenmasters am 1. Februar 2026 in Höhr-Grenzhausen, bei dem wir das Thema Budenzauber nochmal neu aktivieren können. Das ist zwar keine neue Spielform, aber im Winter eine tolle Ergänzung.
Das sind alles Möglichkeiten, den Vereinen – und auch dem Verband – neue Mitglieder zu verschaffen und die bestehenden in den Vereinen zu halten. Gleichwohl gehen die Mannschaftszahlen zurück. Ausgehend vom aktuellen Stand im Rheinland: Würden Sie sagen, es wäre zumindest ganz gut, wenn dieser Status quo erst mal so bliebe, oder ist das Ziel, schon noch ein bisschen dazu zu gewinnen?
Eibes: Wenn der Status quo so bliebe, müssten wir im Moment schon zufrieden sein. Natürlich ist es das Ziel, mehr Mitglieder zu gewinnen, angefangen bei den Kindern, bei denen wir uns der Konkurrenz mit anderen Sportarten und Freizeitangeboten stellen müssen. Aber wir werden es meines Erachtens nicht verhindern können, dass es immer mehr Spielgemeinschaften gibt, da es Vereine nicht mehr schaffen, den Spielbetrieb eigenständig aufrecht zu halten. Und die Gründung von Spielgemeinschaften führt für uns natürlich zum Rückgang der Mannschaftsmeldungen, das ist unabdingbar. In jedem Fall muss unser Ziel sein, die Kinder für den Fußball zu gewinnen, sie zu begeistern, die Menschen – wie ich immer sage – von der Wiege bis zur Bahre beim Fußball zu halten. Das wird die Kernaufgabe des Fußballverbandes Rheinland sein, das war sie schon immer und das wird sie auch bleiben.
Unterstützt wird dies im „Jahr der Schule“, das im September 2025 begonnen hat und den Fußball im Umfeld Schule in den Mittelpunkt rückt. Über die durch den FVR an Ganztagsschulen angebotenen Fußball-AGs gelingt es seit vielen Jahren, neue Mitglieder für die Vereine zu gewinnen. Welche Rolle schreiben Sie dem Fußball im Kontext Schule zu?
Eibes: Er übernimmt dort in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle. Es geht darum, die Kinder für den Fußball zu begeistern, teilweise auch schon vor der Schule im Kindergartenbereich. Die Schule ist immer noch ein Feld, in dem wir Zugriff auf die Kinder bekommen, wo wir Angebote schaffen können. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit Vizepräsident Jörg Müller jemanden haben, der seit vielen Jahren höchst engagiert aktiv ist, auch bis hin zum DFB. Was unser Projekt „Fußball macht Schule“ anbelangt, sind wir bundesweit führend auf DFB-Ebene. Ich glaube, dass dieses Jahr der Schule nochmal einen neuen Schub geben kann. Das soll aber insbesondere nicht nur die Jungs, sondern auch die Mädchen betreffen. Das Ganztagsfördergesetz, das ab dem nächsten Schuljahr sukzessive umgesetzt werden wird, wird diese Ganztagsangebote natürlich nochmal ein Stück erweitern. Ich glaube, dass der Fußball vor anderen Sportarten und auch den kulturellen Angeboten einen großen Vorsprung hat – der Fußball ist in den Köpfen der Kinder halt immer noch die Nummer eins. Und diesen Vorsprung müssen wir nutzen, um in der Schule sehr aktiv zu sein und die Begeisterung für den Fußball tatsächlich zu entfachen, aufrecht zu erhalten und auszubauen.
Abschließend: Was wünschen Sie sich von den Vereinen, von der gesamten Fußballfamilie im Rheinland? Und gibt es umgekehrt auch was, was Sie den Vereinen mit auf den Weg geben möchten?
Eibes: Bedanken möchte ich mich zunächst bei meinen Mitstreitern im Präsidium – ich finde, dass wir da ein tolles Team haben und gut zusammenarbeiten. Mein Dank geht auch an die Geschäftsstelle für die dort geleistete Arbeit und die gute Zusammenarbeit. Ich glaube, dass wir für die nicht ganz einfachen Strukturen, die wir ohne Profiverein und Nachwuchsleistungszentrum haben, tolle Arbeit leisten. Mit dem, was wir auf den Weg bringen und umsetzen, können wir uns als relativ kleiner Verband unter den 21 Landesverbänden durchaus sehen lassen. Darüber hinaus müssen wir einen Weg finden, die Verbindung zu den Vereinen zu intensivieren, den Informationsfluss besser sicherzustellen – in beide Richtungen. Dadurch sollte unsere Arbeit vielleicht ein Stück weit mehr wahrgenommen werden, gerade aber auch unsere Angebote an die Vereine. Was wünsche ich mir ansonsten? Dass immer mehr Kinder Fußball spielen. Dass es weiterhin viele Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer gibt, die sich um diese Kinder kümmern und sie ausbilden. Und dass wir in den Vereinen immer wieder Menschen finden, die sich im Ehrenamt engagieren und den so wichtigen Betrieb in unseren Vereinen weiterführen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, gerade in diesen Zeiten, die geopolitisch nicht die besten sind und in denen es in unserer Gesellschaft durchaus negative, spaltende Tendenzen gibt: Die Arbeit in den Vereinen und das, was wir an Werten in den Vereinen vermitteln, ist die Essenz dessen, was unsere Gesellschaft ausmacht. Das müssen wir dringend wahren – so dringend wie jetzt war es noch selten. Deshalb müssen wir unsere Vereine erhalten. Nicht nur die Fußballvereine – alle Vereine. Das ist eine ganz wichtige Aufgabe, die wir als Verband haben: dass es den Vereinen gelingt, ihre Arbeit mit einem vertretbaren Aufwand zu leisten und das Ehrenamt aufrecht zu erhalten. Das erachte ich für unsere Gesellschaft als essentiell wichtig – und wir müssen versuchen, dabei unterstützende Arbeit zu leisten.
Das Gespräch führte Frank Jellinek.
